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„Man hat ewig Zeit. Oder?“

Rechtsanwalt Klaus Jakobsmeyer infomiert im Hamburg Leuchtfeuer Lotsenhaus über Vorsorge und Testament.

Warum Vorsorge und Testament uns alle betreffen: Im Gespräch mit Rechtsanwalt Klaus Jakobsmeyer

„Dafür bin ich doch noch viel zu jung“ oder „Das mache ich später“ – solche Sätze hört Klaus Jakobsmeyer oft, wenn es um Vorsorge geht. Seit vielen mehreren Jahren begleitet er als Rechtsanwalt die Infoveranstaltungen „Vorsorge und Testament“ bei Hamburg Leuchtfeuer und weiß: Der größte Irrtum ist zu glauben, dass man unendlich viel Zeit hat.

In unserem Interview erklärt er, warum Vorsorge kein Thema für „irgendwann“ ist, welche Entscheidungen wirklich wichtig sind – und warum es so entlastend sein kann, sich frühzeitig darum zu kümmern.

Rechtsanwalt Klaus Jakobsmeyer beim Vortrag im Hamburg Leuchtfeuer Lotsenhaus.

Rechtsanwalt Klaus Jakobsmeyer beim Vortrag im Hamburg Leuchtfeuer Lotsenhaus. (c) Kirsten Haarmann (kh-fotografie.com)

Was ist der größte Irrtum beim Thema Vorsorge und Testament?

Klaus Jakobsmeyer: Der größte Irrtum ist, dass viele Menschen glauben, sie hätten ewig Zeit. Wir werden zwar immer älter, aber der richtige Zeitpunkt, sich um Vorsorge und Vermögensnachfolge zu kümmern, ist jetzt. Ich vergleiche das gerne mit der Feuerversicherung: Die schließt man auch ab, bevor das Haus brennt – nicht erst danach.

Was ist die eine Sache, die jede Person unabhängig vom Alter geregelt haben sollte?

Klaus Jakobsmeyer: Man sollte frühzeitig eine Vertrauensperson bestimmen, die im Ernstfall Entscheidungen treffen kann, wenn man selbst nicht mehr in der Lage ist. Dazu gehören auch Situationen wie eine demenzielle Erkrankung. Viele denken: „Das betrifft mich nicht.“ Aber wir sehen jedes Jahr rund 300.000 neue Fälle von Demenz in Deutschland. Wer dann nichts geregelt hat, kann seine Angelegenheiten nicht mehr selbst bestimmen. Vorsorge bedeutet hier: rechtzeitig handeln – in der Hoffnung, dass man es nie braucht.

Was passiert, wenn ich gar nichts geregelt habe?

Klaus Jakobsmeyer: Dann greift die sogenannte staatliche Vorsorgefürsorge. Das bedeutet: Man bekommt beispielsweise bei Demenz einen gesetzlichen Betreuer zugewiesen. Ob diese Person wirklich zu einem passt, ist ungewiss – und man selbst hat kaum Einfluss darauf. Darum ist es so wichtig, frühzeitig eine Vertrauensperson zu benennen, die man selbst ausgewählt hat.

Beim Thema Nachlass ist es ähnlich: Es gibt gesetzliche Regelungen, aber sie passen nicht auf alle Lebenssituationen. Besonders Menschen ohne Kinder sollten unbedingt selbst festlegen, wem sie ihr Vermögen weitergeben möchten.

Was kann ich heute schon tun, um meine Angehörigen zu entlasten?

Klaus Jakobsmeyer: Der erste Schritt ist bereits getan, wenn man sich informiert – zum Beispiel durch die Teilnahme an unserer Veranstaltung. Danach sollte man sich fachkundigen Rat holen: bei Anwält*innen, Notar*innen oder in manchen Fällen auch Steuerberater*innen. Das Internet ersetzt keine individuelle Beratung. Es geht um sehr persönliche Entscheidungen, und die sollten gut begleitet sein.

Danke für das Interview, Herr Jakobsmeyer!

 


Fazit: Vorsorge ist Fürsorge – für sich selbst und für andere. Wer sich informieren möchte, den landen wir herzlichen zu unserer kostenfreien Veranstaltungsreihe „Vorsorge und Testament“ mit Rechtsanwalt Klaus Jakobsmeyer ein.

Nächste Termine im Hamburg Leuchtfeuer Lotsenhaus*:

  • 21. April, 18-19:30 Uhr
  • 16. Juni, 18-19:30 Uhr

Die Veranstaltungen bieten einen verständlichen Einstieg, Raum für Fragen und die Möglichkeit, individuelle Schritte zu planen.

Die Teilnehmer*innenzahl ist begrenzt – wir bitten daher um Anmeldung unter Telefon 040 – 387 380 oder n.widder@hamburg-leuchtfeuer.de

Immer auf dem Laufenden bleiben: Wer frühzeitig über unsere Veranstaltungen, Workshops und Bildungsangebote informiert werde möchte, kann sich hier für unseren kostenfreien Newsletter anmelden.

*Der Veranstaltungsort verfügt über eine kleine Treppe und ist nicht barrierefrei

Foto: Kirsten Haarmann (kh-fotografie.com)